Kurzfassung: cfdisk ist ein Text-UI (Menü-basiertes) Partitionierungstool mit benutzerfreundlicher Oberfläche. Es unterstützt sowohl MBR als auch GPT und bietet eine visuelle Darstellung der Festplatte. Zielgruppe: Anfänger und Erfahrene für intuitive Partitionsverwaltung.
cfdisk ist die verbesserte Text-UI Alternative zu fdisk. Die menügesteuerte Bedienung mit Cursor-Navigation macht Partitionierungsvorgänge verständlicher und weniger fehleranfällig als die klassische fdisk-Eingabe.
Hauptmerkmale:
# Debian/Ubuntu sudo apt install cfdisk # RHEL/CentOS/Fedora sudo dnf install util-linux # Prüfen cfdisk --version
# Interaktiv starten sudo cfdisk /dev/sda # Nur Lesemodus (keine Änderungen möglich) sudo cfdisk -r /dev/sda # Spezifisches Partitionsschema sudo cfdisk -s /dev/sda # MBR sudo cfdisk /dev/sda # Auto-detect (GPT wenn vorhanden)
Die cfdisk-Oberfläche teilt sich in:
Tastatursteuerung:
sudo cfdisk /dev/sda
Schritte:
1. Free space mit Pfeiltasten auswählen (z.B. freier Bereich) 2. Menü New auswählen (Pfeiltasten um zu navigieren) 3. Größe eingeben (z.B. 10G oder 20GiB) 4. Partitionstyp bestätigen (Primary, Extended, Logical) 5. Größe finalisieren (Enter) 6. Ggf. Type ändern (für Linux Swap, LVM, etc.) 7. Bootable markieren (nur für Boot-Partition) 8. Alle Änderungen mit Write speichern 9. Quit zum Beenden
sudo cfdisk /dev/sda
Schritte:
1. Partition mit Pfeiltasten auswählen 2. Menü Type auswählen (Pfeiltasten) 3. Neuen Typ aus Liste wählen oder Nummer eingeben: * 83 = Linux * 82 = Linux Swap * 8e = Linux LVM * fd = Linux RAID * ef = EFI System (GPT) 4. Auswahl bestätigen 5. Write speichern
sudo cfdisk /dev/sda
Schritte:
1. Partition mit Pfeiltasten auswählen 2. Menü Delete auswählen (Pfeiltasten) 3. Bestätigung mit y (Ja) 4. Partition wird gelöscht und wird Free space 5. Write zum Speichern
sudo cfdisk /dev/sda
Schritte:
1. Boot-Partition auswählen 2. Menü Bootable aktivieren (Sternchen * zeigt aktiv) 3. Write speichern
MBR (Master Boot Record)
# cfdisk erkennt MBR automatisch sudo cfdisk /dev/sda # Menü zeigt: Primary, Extended, Logical # Maximale Partitionsgröße: 2 TB # Boot-Flag möglich
GPT (GUID Partition Table)
# cfdisk erkennt GPT automatisch sudo cfdisk /dev/sda # Primär/Erweitert-Unterschied entfällt # Beliebige viele Partitionen möglich # Größen > 2 TB unterstützt
Zu GPT konvertieren (von MBR):
# Vorsicht: Alle Daten gehen verloren! sudo cfdisk /dev/sda # Mit parted leichter: sudo parted /dev/sda mklabel gpt
sudo cfdisk /dev/sda
Vorgehen:
1. Bei GPT automatisch verfügbar 2. Erste Partition: 512M 3. Typ: EFI System (älter: FAT32) 4. Restliche Partitionen normal erstellen
sudo cfdisk /dev/sda
Vorgehen:
1. Neue Partition (z.B. 4 GB für 8 GB RAM) 2. Typ: Linux Swap 3. Write speichern 4. Mit mkswap formatieren: ''sudo mkswap /dev/sda3'' 5. In /etc/fstab eintragen
sudo cfdisk /dev/sda
Vorgehen:
1. Neue Partition erstellen 2. Typ: Linux LVM 3. Write speichern 4. LVM mit pvcreate initialisieren: ''sudo pvcreate /dev/sda3''
# Vor großen Änderungen! sudo sfdisk -d /dev/sda > sda-backup.bak # Inhalt prüfen cat sda-backup.bak # Wiederherstellen sudo sfdisk /dev/sda < sda-backup.bak
# cfdisk nutzt sfdisk intern, daher: sudo sfdisk -d /dev/sda | tee sda-complete.bak
Problem: „Partition umbenannt, aber lsblk zeigt Änderung nicht“
# Lösung: Kernel-Partitionstabelle neu laden sudo partprobe /dev/sda # Oder reboot sudo reboot
Problem: „cfdisk: Unexpected EOF„
# Defekte Partitionstabelle # Lösung: Mit testdisk retten sudo testdisk /dev/sda
Problem: „Write erlaubt, aber Fehler beim Speichern“
# Mögliche Ursachen: # - Festplatte wird noch verwendet # - Keine Schreibrechte # - Dateisystem read-only # Lösung: sudo cfdisk /dev/sdb # Nicht-gemountete Festplatte sudo mount -o remount,rw / # RW-Remount wenn nötig
| Tool | UI-Typ | MBR | GPT | Anfänger-freundlich |
fdisk | Kommandozeile | ✓ | ✓* | Mittelmäßig |
cfdisk | Text-Menu | ✓ | ✓ | Sehr gut |
parted | Kommandozeile | ✓ | ✓ | Schwierig |
sgdisk | Kommandozeile | ✗ | ✓ | Mittelmäßig |
gparted | GUI (grafisch) | ✓ | ✓ | Sehr gut |
cfdisk startensfdisk -d /dev/sda > backup.bakpartprobe /dev/sda oder Rebootmkfs.ext4 /dev/sdaX