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fuser - Prozesse ermitteln, die Dateien/Ports nutzen
Kurzfassung: fuser zeigt an, welche Prozesse eine Datei, ein Verzeichnis, ein Mountpoint, ein Gerät oder einen Netzwerkport verwenden, und kann diese Prozesse gezielt beenden. Ideal bei „Device or resource busy“, belegten Ports oder blockierten Unmounts.
Übersicht
fuser identifiziert Prozess-IDs (PIDs), die Ressourcen belegen, und kennzeichnet die Zugriffsart (z. B. ausführbare Datei, aktuelles Verzeichnis, geöffnet als Datei, mmap). Für Netzwerkports kann fuser pro Protokoll (TCP/UDP) anzeigen, welche Prozesse den Port nutzen.
Voraussetzungen
- Paket
psmiscinstalliert (stelltfuserbereit) - Shell-Zugriff auf das System
- Root-Rechte für das Signalisieren/Beenden fremder Prozesse (
-k)
Syntax
fuser [OPTIONEN] NAME ... # Netzwerk-Namespace explizit angeben fuser -n tcp NAME ... fuser -n udp NAME ...
Wichtige Optionen
-v # Ausführliche Ausgabe (Tabelle mit USER, PID, ACCESS, COMMAND) -u # Benutzernamen neben PID anzeigen -a # Alle übergebenen Namen anzeigen (auch wenn unbenutzt) -s # Silent-Modus (nur Exit-Code verwenden) -m NAME # NAME liegt auf einem gemounteten FS oder ist ein Blockdevice (alle Prozesse auf diesem Mount zeigen) -k # Prozesse, die NAME belegen, mit einem Signal beenden (Standard: SIGKILL 9) -k -TERM # Stattdessen freundlich beenden (SIGTERM 15) -i # Interaktiv nachfragen, bevor ein Signal gesendet wird -n tcp|udp # Namespace: Netzwerk (z. B. Ports); zusammen mit Portnummern verwenden -4 | -6 # Nur IPv4 bzw. nur IPv6 berücksichtigen
Für Produktionen zuerst
-k -TERM probieren und nur bei Bedarf -k (SIGKILL) einsetzen.
Anleitung
Prozesse finden, die eine Datei/Verzeichnis nutzen
# Welche Prozesse verwenden die Datei? fuser -v /var/log/syslog # Prozesse, die ein Verzeichnis als aktuelles Arbeitsverzeichnis halten fuser -v /var/www
Mount „busy“: Belegung ermitteln und lösen
# Alle Prozesse auf einem Mountpoint anzeigen fuser -vm /mnt/data # Interaktiv alle Prozesse beenden, die den Mount belegen sudo fuser -kim /mnt/data
Offene Netzwerk-Ports ermitteln
# Wer nutzt Port 80/TCP? fuser -v -n tcp 80 # Alternativ explizit IPv4 fuser -v -4 -n tcp 80 # UDP-Beispiel fuser -v -n udp 53
Port freigeben: Prozesse beenden
# Prozesse auf Port 8080/TCP freundlich beenden sudo fuser -k -TERM -n tcp 8080 # Hart beenden, ohne Rückfrage (Achtung!) sudo fuser -k -n tcp 8080
Schreibende Zugriffe erkennen
# Ausführliche Tabelle und ACCESS-Spalte interpretieren fuser -v /var/lib/app/data.db # Häufige ACCESS-Kennzeichen (je nach System): # c = current dir (aktuelles Arbeitsverzeichnis) # e = executable (als Programm ausgeführt) # f = file (als Datei geöffnet) # r = root dir (Root-Verzeichnis des Prozesses) # m = mmap'ed (gemappt) # F = write (schreibend geöffnet)
Exit-Codes für Skripte nutzen
# 0 = Mindestens ein Prozess gefunden, 1 = Kein Prozess, >1 = Fehler if fuser -s /var/log/syslog; then echo "Datei ist in Benutzung" else echo "Keine Nutzung gefunden" fi
Hinweise
- Für Systemdienste kann zusätzlich
systemctl statushelfen, den Besitzer eines Ports/Handles zu identifizieren. - Bei „umount: target is busy“ zuerst mit
fuser -vm MOUNTprüfen; nach Möglichkeit Dienste sauber stoppen statt sofort zu killen. fuserergänztlsof:fuserist kompakt für konkrete Ressourcen,lsofist flexibler für breite Suchen.- Ohne Root-Rechte sind nur eigene Prozesse sichtbar bzw. nicht alle Details verfügbar.
- Vorsicht bei
-k: Unsaubere Beendigungen können Datenverlust verursachen.
Siehe auch
Quellen
sammlung/fuser.txt · Zuletzt geändert: von Branislav Zeljak
